Nach wie vor unentdeckte Möglichkeiten: Push Notifications für Apps

Push Nachrichten

Medien-Organisation wie NOS oder Gulf News haben Push Notifications mit offenen Armen empfangen. Sie sind mit den umfangreichen Möglichkeiten der Push-Nachrichten sehr zufrieden. Dennoch gibt es auch abseits der Medien-Konzerne zahlreiche Bereiche, in denen es viele denkbare Einsatzszenarien für Push Notifications gibt.

Die beste Applikation für Medien- und Nachrichtendienste 

Nach Aussage von Arnold Wilts – Programme Manager bei CM Enschede, einem Unternehmen, das auf Push-Nachrichten unter Verwendung der CERTA-Plattform spezialisiert ist – verwenden zahlreiche Medien-Dienstleister dieses System, weil es sich hervorragend für eine schnelle Verbreitung von Neuigkeiten eignet. „Praktisch ist die Anwendung zur Verbreitung eiliger Nachrichten. Push Messages sind für Unternehmen, die Nachrichten veröffentlichen und ihre Endnutzer direkt erreichen wollen, mittlerweile unverzichtbar geworden. Sie sind sehr schnell, zuverlässig und außerdem günstiger als herkömmliche Textnachrichten. Die CERTA-Plattform hat eine Kapazität von einer Million Benachrichtigungen pro Minute. Die Leistungsfähigkeit steigt außerdem immer weiter an und auch die Geschwindigkeit der Plattform verbessert sich stetig. So können dringende Nachrichten direkt zu einer großen Anzahl an Nutzer versendet werden.“
Wilts betont aber dennoch, dass diese hohe Kapazität auf keinen Fall eine Entschuldigung dafür sei, den Nutzer mit Push-Nachrichten zu überschwemmen. Die Relevanz und ein geeigneter Kontext sind nach wie vor entscheidend. Wenn Sie sich beim Versenden einer Push Message nicht an die ungeschriebenen Gesetze halten, wird Ihre App sicherlich schnell stumm geschaltet – oder noch viel schlimmer: vom Smartphone gelöscht. „Im Vergleich zu den herkömmlichen Textnachrichten haben Push Messages sowohl Vor- als auch Nachteile“, erklärt Arnold Wilts. „Spam ist mit Push-Nachrichten fast schon verlockend – insbesondere, weil sie günstig und sehr schnell sind. Wenn jedoch ein Anwender nur einmal die Push-Option einer App deaktiviert, wird er sie wahrscheinlich nicht so schnell wieder anschalten. So springen viele Nutzer vom entsprechenden Dienst ab.“

Zurückhaltung und Relevanz: die Kriterien für eine erfolgreiche Verwendung der Push Messages

Insbesondere die Zurückhaltung wird von den meisten App-Betreibern als unabdingbar für eine erfolgreiche Kommunikation betrachtet. Allerdings ist Ihre App Ihr Produkt und es ist wichtig, dass sie benutzt wird. Aber auf welche Weise können Sie die Aufmerksamkeit der Nutzer wecken? Genau: indem Sie Push Messages verwenden. „Die Leute bei VakantieVeilingen, die eine Auktions-App für Ferienreisen entwickelt haben, verstehen das beispielsweise sehr gut“, führt Wilts weiter aus. „Sie sind sehr schlau – sie schicken die Push-Nachrichten nur dann an ihre Nutzer, wenn sie wirklich relevant sind – wenn sie zum Beispiel eine Auktion gewonnen oder verloren haben. Gleich darauf bieten sie den Anwendern eine neue Auktion an, an der sie teilnehmen können. Die Nutzer der App fühlen sich, als würde das Programm sie wirklich kennen und als würden die Menschen am anderen Ende sie gern näher kennenlernen wollen. In Kombination mit einem spielerischen Element sind die Macher von VakantieVeilingen sehr erfolgreich darin, die Nutzer dazu zu bringen, die App weiterhin zu benutzen.“

Einfache Funktionsweise

Die Funktionsweisen einer Push Message sind recht beschränkt, sodass der Inhalt derselben sehr relevant sein muss. „Um die Versendung einer Push Message zu rechtfertigen, müssen Unternehmen und Organisationen, die sie verwenden, den Inhalt jeder Nachricht mit viel Sorgfalt bewerten: Ist er relevant und zeitlich passend? Diese Fragen müssen mit Ja beantwortet werden. Sollte nur ein Aspekt zutreffen, sollten Sie in Betracht ziehen, die Nachricht nicht zu versenden“, warnt Wilts. „Es sind die Einfachheit und die günstigen Kosten dieses Nachrichten-Kanals, die die Menschen schnell dazu verleiten, Spam zu versenden. Das ist schade, denn die Anwender kennen dabei in der Regel keine Gnade. Die Besitzer der Apps müssen erkennen, dass sie nicht die Einzigen sind, die Push Messages versenden. Auf einem durchschnittlichen Smartphone sind rund 50 Apps installiert, die alle über eine Push-Funktion verfügen. Wenn nun der Besitzer einer App viele unbedachte Push Messages versendet, dann können Sie sich vorstellen, wie viele Nachrichten bei jedem Anwender eintreffen.“

Der Tod der Textnachricht? Nein!

Obwohl immer mehr Unternehmen die Funktion der Push Notifications verwenden, um ihre Zielgruppe und Kunden zu erreichen, bedeutet der Erfolg dieses Systems nicht, dass herkömmliche Textnachrichten ausgedient hätten. Das liegt daran, dass den Push Messages ein wichtiges Element fehlt, das viele Unternehmen davon abhält, die Textnachrichten aufzugeben: die Interaktion. Bei einer Push Notification handelt es sich in der Regel um einen Nachrichtenverkehr in eine einzige Richtung: zum Endgerät des Nutzers. Eine Nachricht auf dem gleichen Weg zurückzusenden, ist in der Regel nicht möglich. Wilts betont, dass selbstverständlich ein Link zu einem Artikel, einer Spenden- oder einer Produktseite eingefügt werden könnte. Die Interaktion, die eine Textnachricht erlaubt, ist bei Push Notifications jedoch unmöglich, ohne die App zu modifizieren. Tatsächlich ist die Push Message lediglich ein Initiator, der eine Handlung auslöst. Das beinhaltet jedoch keine richtige Interaktion. Darüber hinaus verfügen Textnachrichten über einen weiteren großen Vorteil: die Bezahlfunktion. Über viele Jahre hinweg waren Textnachrichten eine der am häufigsten verwendeten mobilen Bezahlmethoden. Für kommerzielle Organisationen ist das ein riesiger Vorteil. Auf diese Weise haben sie sehr viel Geld verdient. Wohltätigkeitsorganisationen verwenden ebenfalls weiterhin Textnachrichten, um Geld zu sammeln. Eine derartige Funktion wird bei Push Nachrichten auf absehbare Zeit nicht implementiert werden. Nach den Angaben von Wilts benötigt die Auslieferung einer Push Message außerdem nach wie vor einen Anschluss an das Internet – entweder mobil oder auf eine andere Weise. „Insbesondere bei eiligen Angelegenheiten wollen Sie sicherlich nicht davon abhängig sein. Wenn Sie zum Beispiel ein einmaliges Passwort benötigen, um eine Transaktion mit Ihrer Bank durchzuführen, dann wollen Sie wahrscheinlich keine Probleme durch einen fehlenden Datentransfer, weil Sie sich gerade zufällig in einem anderen Land aufhalten, in dem Sie über keinen mobilen Internetanschluss verfügen.“

mHealth – alles in einer App

Ein anderer Sektor, im dem Push Messages sinnvoll sein können, ist das Gesundheitswesen. Es wäre zum Beispiel sehr einfach, bei Erinnerungsnachrichten für Termine in einem Krankenhaus oder bei einem Zahnarzt von herkömmlichen Textnachrichten auf Push Notifications umzusteigen. Wilts betont, dass es hierfür etwas mehr Aufwand bedarf. Solche Benachrichtigungen müssten zum Beispiel von einer App generiert werden, die etwa die Daten von Krankenhäusern, Zahnärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern zusammenführt. In der Gesundheitsapp können die verschiedenen Organisationen als unterschiedliche Kanäle aufgelistet werden. „Selbstverständlich wäre es notwendig, einen Backup für Nachrichten, die kritisch für die wirtschaftliche Aktivität sind, einzubauen. Eine Möglichkeit hierfür wäre ein Hybridmodell, bei dem automatisch eine Textnachricht versendet wird, falls die Push Message ihren Empfänger wider Erwarten nicht erreichen sollte", erklärt Wilts.

Ist bereits ein Nachfolger in Sicht?

Wilts sieht bislang noch keinen Nachfolger, der die Push Message in naher Zukunft ersetzen könnte. Stattdessen erkennt er eine Entwicklung, die eine perfekte Ergänzungsmöglichkeit dafür darstellt. Die neueste Technik, die die Nutzung von Push Messages perfekt ergänzen könnte, wird als Beacon bezeichnet – auf Deutsch heißt das Leuchtfeuer. Das erlaubt es Ihnen, sehr zielgerichtete Nachrichten an Smartphones zu versenden, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Das ist auf keinen Fall ein Nachfolger, aber vielleicht eine Ergänzung für diesen Dienst. Selbstverständlich stellt auch das Internet der Dinge eine sehr nette Ergänzung dazu dar: Zielgerichtete Push Notifications von Geräten, die Sie in Ihrem Haushalt in Ihrer Umgebung verwenden, liefern wichtige Informationen.“



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Über den Autor

Erik Eggens

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