Studienzusammenfassung: Die Rolle von Mobiltelefonen im Gesundheitswesen

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Mobile Apps und mHealth sind zu unverzichtbaren Bestandteilen des Gesundheitswesens geworden. Wegen der Bedeutung von Mobiltelefonen für die Gesundheitsversorgung haben sich viele Forscher mit dem Erfolg von mobilen Apps und mHealth beschäftigt. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Studien für medizinische Fachkräfte.


Studie 1: Erfolgreiche Nutzung von Gesundheits-Apps in den USA

Viele mobile Apps wurden entwickelt, um die Gesundheit des Patienten zu verbessern. Derzeit gibt es über 100.000 Gesundheits-Apps, um Benutzern bei ihrer Ernährung, der Fitness oder der Medikamentenaufnahme zu helfen. Daher ist die Auswahl der verfügbaren Apps in den App-Shops bescheiden gesagt recht umfangreich. Aber was bestimmt den Erfolg dieser Gesundheits-Apps?


In einer Studie [1] (2017) Konsumenten in den Vereinigten Staaten betreffend wurde der Einfluss von demografischen Merkmale auf die Absicht, Apps zu nutzen, untersucht. Die Studie untersuchte auch, ob es eine Beziehung zwischen der App-Nutzung und des Konsums von Obst und Gemüse, sowie der Menge an körperlicher Betätigung dieser Nutzer mit verschiedenen demografischen Messgrößen gibt.


Die Forscher analysierten demographische Prädiktoren für den Einsatz von Mobiltelefonen und Apps, basierend auf öffentlichen Daten aus der Studie "Health Information National Trends Survey (2015)". Auch die Beziehung zwischen der App-Nutzung sowie die Absicht, das eigene Verhalten zu ändern und die tatsächliche Veränderung der Vitamin-Aufnahme und der körperlichen Aktivität wurden gemessen.


Es stellte sich heraus, dass die meisten App-Nutzer in der Tat jüngere Menschen mit einem höheren Einkommen waren. Der App-Gebrauch wurde als Mittel für einen positiven Einfluss auf gesünderes Essen und körperliche Betätigung gesehen. Das Verhalten, die eigene Lebensweise gesünder zu gestalten, zeigte sich auch als direkte Folge der App-Nutzung.


Dies bedeutet, dass Gesundheits-Apps für jüngere Menschen im höheren sozialdemografischen Segment zu wirken scheinen. So ist eine App ein wertvolles Instrument, um die Gesundheit der Nutzer zu verbessern. Abhängig von der Zielgruppe Ihrer Gesundheits-App müssen Sie möglicherweise andere Möglichkeiten finden, um ältere Menschen und Menschen in den unteren sozial-demographischen Segment dafür zu begeistern, damit diese Ihre App nutzen, um schließlich die Vorteile eines gesünderen Lebensführung genießen zu können.



Studie 2: Selbstversorgung für Diabetes-Patienten durch Textnachrichten

Neben Gesundheits-Apps gibt es viele weitere mobile Tools, welche von Gesundheitsexperten verwendet werden, um das Wohlbefinden ihrer Patienten zu verbessern. Zum Beispiel werden SMS-Nachrichten gesendet, um Patienten daran zu erinnern, vor einer bevorstehenden Operation nicht zu essen oder zu trinken. Apotheken können automatisierte SMS-Erinnerungen senden, wenn ein neues Rezept zur Abholung bereit liegt. Ärzte können SMS-Nachrichten senden, um Diabetes-Patienten daran zu erinnern, ihre Medizin pünktlich einzunehmen. In dieser zweiten Studie [2] (2017) gab es Untersuchungen über den Einfluss von SMS-Nachrichten auf die Kontrolle und Steuerung der Glukosewerte, des Retinopathie-Screenings und der Selbstversorgung von Patienten mit Diabetes vom Typ II. Im Rahmen dieser Studie erhielten 20 Diabetes-Patienten über einen Zeitraum von drei Monaten informative Meldungen und Meldungen auf ihr Handy gesendet.


Aus der Auswertung der Daten wurde dargelegt, dass sowohl die Kontrolle und Steuerung der Glukosewerte als auch das Screening für die diabetische Retinopathie seit Erhalt jener SMS-Nachrichten dramatisch verbessert wurden. Auch gaben die Befragten an, dass ihre Selbstversorgung verbessert worden sei, was die Wirksamkeit von SMS-Nachrichten für diese Patienten bewiesen hat. SMS-Nachrichten sind somit ein wertvolles Werkzeug, weil sie auch für Patienten ohne Smartphones oder Internet-Zugang zur Verfügung stehen. Dies macht Benachrichtigungen und Erinnerungen per SMS zu einem wichtigen Instrument, wenn Sie den Gesundheitsstatus einer breiten Zielgruppe, so beispielsweise ältere Menschen und Patienten im unteren sozialdemografischen Segment, erfassen und verbessern wollen.



Studie 3: Motivation für den Einsatz von Gesundheits-Apps

Die vorherige Studie bedeutet jedoch nicht, dass es unter Berücksichtigung der Wirksamkeit von Gesundheitsanwendungen es Anwendungen für SMS lediglich im Gesundheitswesen gäbe. Der mögliche wesentliche breitere Informationsgehalt von Apps und die weitaus kostengünstigeren so genannten Push-Nachrichten bieten viele Möglichkeiten, die Gesundheit der Nutzer zu verbessern (siehe dazu Studie 1). Außerdem bieten Apps mehr Möglichkeiten, die Interaktion mit Ihren Patienten zu erhöhen. Aber wie können Sie sicherstellen, dass Ihre App von Ihrer Zielgruppe tatsächlich auch benutzt wird?


Für die Entwicklung von Gesundheits-Apps sind Einblicke in die Erwartungen der Nutzer an Ihre Zielgruppe unerlässlich. Aus diesem Grund untersuchte die Studie [3] (2017) jene Merkmale, die jede App beinhalten sollte, um sicherzustellen, dass sie auch konsequent verwendet wird. Um dies zu beantworten, wurde eine qualitative Studie unter Jugendlichen mit Diabetes und den Eltern von jüngeren Diabetikern durchgeführt. Die Befragten wurden gefragt, aus welchen Gründen sie eine Gesundheits-Tracking-Apps verwenden würden. Die gesammelten Daten wurden in drei Motivatoren gegliedert: Personalisierung, Interaktivität und konkrete Ergebnisse.


Hier bedeutet Personalisierung, dass die Gesundheits-App individuell anpassbar sein sollte. Dies bedeutet, dass der Benutzer in der Lage sein sollte, beispielsweise seine Lieblingsnahrungsmittel hinzuzufügen. Ebenso sollten anspornende Texte oder Informationen über den Nährwert zu finden sein. Auch die Kontrolle darüber zu haben, zu welchem Zeitpunkt ein Benutzer Benachrichtigungen und Erinnerungen empfängt, war einer der Treiberfaktoren für die Patienten, die App zu benutzen.


Auch der Faktor der Interaktivität zeigte sich als großer Einfluss auf die Absicht, die App regelmäßig zu nutzen. Das bedeutet, dass der Benutzer nicht nur Nachrichten empfangen, sondern die App auch in einer ihm wertbringenden Weise nutzen können möchte. Zum Beispiel wollten die Benutzer Teil eines Teams sein. Die Jugendlichen schlugen ein In-App-Game vor, in welchem sie sich mit anderen Benutzern zusammentun konnten. Dass Patienten, welche die App aktiv nutzen, durch die Nutzung Punkte erzielen, sei nach Meinung dieser Gruppe ein Motivator.


Der dritte und letzte Motivator für die App-Nutzung steht im Einklang mit dem vorher Gesagten. Das Hinzufügen von greifbaren Ergebnissen würde Benutzer dazu veranlassen, die App zu benutzen. Zum Beispiel, indem sie Punkte erzielen, die dann die Ausstattung des Avatars des Nutzers erweitern würden (z.B. durch Hinzufügen eines Hutes oder einer Sonnenbrille). Belohnungen wie diese wurden meistens von den jüngeren Nutzern erwähnt. Eltern erwähnten Belohnungen in Form von Punkten, die als Gutscheinpunkte verwendet werden könnten, um damit einen Kauf bei amazon oder in einem App Store tätigen zu können.


Die erfolgreichste Art der Interaktion in Form von greifbaren Ergebnissen hängt jedoch von Ihrem konkreten Ziel und Ihrer konkreten Zielgruppe ab. Auch das Design Ihrer App sollte an Ihre Zielgruppe individuell angepasst und für diese geeignet sein. Ein Beispiel: Möchten Sie, dass Ihre Patienten ihre Medikamente regelmäßig einnehmen oder wollen Sie ihnen dabei helfen, ihre Kalorienzufuhr zu begrenzen und zu messen? Um eine Gesundheits-App zu entwickeln, die den Patienten oder den Verbraucher anspricht und sie regelmäßig benutzen möchte, können Sie Ihre Zielgruppe nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen. Welche Art von Interaktion und Ergebnisse erwarten die Benutzer?




Egal, welches Ziel Ihre mobile Kommunikation im Gesundheitswesen verfolgt, eine Frage müssen Sie sich immer stellen: Stellen Sie sicher, dass Sie die Wünsche und Erwartungen Ihrer Zielgruppe kennen. Wählen Sie zwischen SMS oder Apps, je nach Zielgruppe, und fragen Sie sie, was sie motivieren würde, die App zu benutzen oder auf die Nachricht zu reagieren. CM verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von Apps und mobiler Kommunikation per SMS, Push- und Hybrid-Messaging im Gesundheitswesen. Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten von Mobiltelefonen für Ihre Organisation wissen? Kontaktieren Sie unseren Spezialisten Ger Thijssen. Er kann Ihnen mehr über die neuesten Entwicklungen im mobilen Bereich im Gesundheitswesen und die Möglichkeiten unserer Produkte erzählen.


Quellen:

[1] Carroll, J. K., Moorhead, A., Bond, R., LeBlanc, W. G., Petrella, R. J., & Fiscella, K. (2017). Who Uses Mobile Phone Health Apps and Does Use Matter? A Secondary Data Analytics Approach. Journal of medical Internet research, 19(4). [2] Miller, J. M., Phalen, A. G., Crawford, A., Frisby, A., & Ziring, B. S. (2017). Text Messaging in the Patient-Centered Medical Home to Improve Glucose Control and Retinopathy Screening. Health Equity, 1(1), 2-6. [3] Holtz, B. E., Murray, K. M., Hershey, D. D., Dunneback, J. K., Cotten, S. R., Holmstrom, A. J., ... & Wood, M. A. (2017). Developing a Patient-Centered mHealth App: A Tool for Adolescents With Type 1 Diabetes and Their Parents. JMIR mHealth and uHealth, 5(4).

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Charlotte van Raak

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