Wie die neuen Datenschutz-Regeln der EU das Internet verändern

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Innerhalb der letzten Wochen haben viele Unternehmen, darunter Google und Slack, fast unbemerkt ihre Datenschutzbestimmungen geändert. Dies hat einen triftigen Grund: Die Unternehmen bereiten sich auf die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union vor, deren Ziel es ist, Ordnung im Dschungel des Internets zu schaffen und die Privatsphäre zu schützen. Hier finden Sie die wichtigsten Infos zur Verordnung. 


Das regelt die DSGVO

Die Datenschutz-Grundverordnung wurde 2016 vom Europäischen Parlament verabschiedet. Sie bestimmt, wie Unternehmen zukünftig personenbezogene Daten verwalten und mit anderen Unternehmen austauschen dürfen. Als EU-interne Bestimmung gelten die neuen Regeln zwar eigentlich nur für EU-Bürger, doch durch das den ganzen Globus umspannende Internet sind auch Firmen außerhalb der EU nun angewiesen, EU-Richtlinien für EU-Bürger einzuhalten. Somit sind auch Daten-Giganten aus den USA wie Google und Facebook betroffen. Die neuen Bestimmungen treten am 25. Mai 2018 in Kraft und basieren im Wesentlichen zwar auf früheren Regelungen der EU, erweitern diese aber erheblich. Zudem ist das Datum des Inkrafttreten eine Frist: Unternehmen, die bis zu diesem Datum die Regeln nicht umgesetzt haben, werden sanktioniert.

 

Eine neue, strengere Erweiterung der DSGVO besagt, dass Online-Firmen personenbezogene Daten von EU-Bürgern nur mit deren ausdrücklichem Einverständnis erfassen darf. Darüber hinaus besitzen Nutzer ein Widerrufsrecht dieser Zustimmung. Zu einem Einverständnis gehört selbstverständlich auch das Recht auf Information: Nutzer dürfen nun alle Daten über sich von Unternehmen anfordern, bevor sie zustimmen.  Eine weitere Neuerung sind die Sanktionen der DSGVO: Im Falle eines Verstoßes gegen die Bestimmungen drohen höhere Geldstrafen als zuvor. Die Höchststrafe bei Nichteinhalten beträgt entweder vier Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens, oder aber 20 Millionen Dollar, je nachdem, welcher Betrag der größere ist. Insofern setzt die DSGVO finanzielle Anreize, die Bestimmungen umzusetzen. Schaden können die Sanktionen aber vor allem kleineren und mittleren Unternehmen, während die großen Unternehmen die Strafen recht einfach verschmerzen können.


 

Auswirkungen der DSGVO auf Nutzer und Unternehmen

Für Sie als Nutzer wird sich die Neuregelung insofern auswirken, als dass Sie zum einen verständlichere Nutzungsbedingungen lesen werden und zum anderen häufiger Ihre Einwilligung zur Datenspeicherung werden geben müssen.Die wichtigsten Änderungen werden allerdings wohl vom Nutzer unbemerkt stattfinden.

Die DSGVO legt den Austausch von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen fest: Dem Nutzer ist bisher meist nicht ersichtlich, ob und wie die personenbezogenen Daten weitergegeben werden. Gerade was die Schaltung von Werbeanzeigen betrifft, werden Nutzer im Unklaren gelassen, woher Firmen ihre Daten beziehen. Daher müssen Unternehmen nun neue, transparente Wege finden, mit den Daten umzugehen. Eine Lösung könnte sein, Partnerunternehmen offenzulegen oder aber diese Kooperationen zu beenden und somit viel weniger mit den Daten zu handeln.


Auswirkungen auf den Datenschutz im Internet

Um einschätzen zu können, ob die DSGVO das Internet transparenter macht und die Privatsphäre von Nutzern künftig besser schützen kann, muss die Verordnung erst einmal inkrafttreten. Erst nach einiger Zeit wird man beobachten können, ob zum einen Unternehmen die Bestimmungen einhalten und ob zum anderen die EU Verstöße konsequent ahndet.

Sicher ist bisher nur, dass viele Internetfirmen schon jetzt anfangen, ihre Bedingungen an die DSGVO anzupassen und ein Bewusstsein für die Probleme mit dem Handel personenbezogener Daten geschaffen wurde. Es wird sich zeigen müssen, ob Unternehmen nun weniger Werbekooperationen eingehen oder ob sie bereit sind, einen höheren Preis für Nutzerdaten zu zahlen. Ein Anreiz zu mehr Transparenz ist jedenfalls erst einmal geschaffen.


Quellen:
https://www.theverge.com/2018/3/28/17172548/gdpr-compliance-requirements-privacy-notice


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